Wenn du gestresst bist: Wie EFT dir helfen kann

Für viele gehören Stress und innere Anspannung inzwischen zum festen Alltag. Oft zeigt sich das keineswegs nur gedanklich, sondern auch körperlich: als innere Unruhe, Druck in der Brust oder das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen. Die Emotional Freedom Technique, kurz EFT, bietet hier eine Möglichkeit, diesen Belastungen gezielt entgegenzuwirken.
EFT ist eine Klopfmethode, die das sanfte Stimulieren bestimmter Akupressurpunkte mit psychologischen Elementen verbindet. Während du dich bewusst mit einem belastenden Gedanken, Gefühl oder einer Situation beschäftigst, klopfst du bestimmte Punkte am Körper ab. Untersuchungen weisen darauf hin, dass EFT unter anderem dabei helfen kann, subjektiv empfundenen Stress und Ängste zu reduzieren. Auch Veränderungen physiologischer Stressmarker wie Cortisol wurden in einzelnen Studien beobachtet, wobei die Forschung zum genauen Wirkmechanismus noch nicht abgeschlossen ist.
Bereits ein Gedanke, eine alte Erinnerung oder eine bestimmte Situation kann ausreichen, um eine körperliche Stressreaktion auszulösen. Obwohl im gegenwärtigen Moment vielleicht keine unmittelbare Gefahr besteht, reagiert der Körper auf die damit verbundenen Gedanken und Gefühle mit Anspannung. Herzschlag und Atmung können sich verändern und Stresshormone wie Cortisol können ausgeschüttet werden.
Beim EFT bleibst du gedanklich zunächst bei dem belastenden Thema und verbindest diese Aufmerksamkeit gleichzeitig mit dem rhythmischen Klopfen. Dadurch kann sich die Intensität der körperlichen und emotionalen Reaktion während der Übung verändern. Viele Menschen erleben, dass die Anspannung nach einigen Runden abnimmt und sie das ursprüngliche Thema mit etwas mehr Abstand betrachten können.
Damit die Anwendung verständlicher wird, schauen wir uns ein konkretes Beispiel an. Stell dir vor, du hast am nächsten Tag ein wichtiges Gespräch und merkst schon beim Gedanken daran, wie die Anspannung steigt. Vielleicht schießt dir immer wieder durch den Kopf: „Ich habe Angst, etwas falsch zu machen.“
Benenne zunächst möglichst genau, was dich belastet (Setup-Satz). In unserem Beispiel wäre das nicht einfach nur „Ich bin gestresst“, sondern: „Ich habe Angst, im Gespräch etwas falsch zu machen.“ Anschließend bewertest du deine momentane Anspannung auf einer Skala von 0 bis 10. Nehmen wir an, sie liegt bei einer 8.
Beginne nun an der Handkante (egal welche). Klopfe mit zwei oder drei Fingern sanft auf die Außenseite deiner anderen Hand und sprich dabei etwa dreimal: „Auch wenn ich Angst habe, im Gespräch etwas falsch zu machen, akzeptiere ich, dass ich mich im Moment so fühle.“
Danach gehst du nacheinander die einzelnen Klopfpunkte durch. Du klopfst jeweils einige Male sanft auf den Beginn der Augenbraue, seitlich am Auge, unter dem Auge, zwischen Nase und Oberlippe, am Kinn, im Schlüsselbeinbereich, unter dem Arm und schließlich auf dem Scheitel. Währenddessen hältst du deine Aufmerksamkeit weiter bei dem, was dich belastet. Dafür reicht eine ganz kurze Formulierung wie „diese Angst“ oder „dieser Druck“, die du von Punkt zu Punkt wiederholen kannst. Wenn sich währenddessen ein anderer Gedanke oder ein anderes Gefühl zeigt, kannst du auch dieses einfach aufgreifen.
Dabei musst du nicht überlegen, ob die Formulierung perfekt ist. Es geht lediglich darum, mit deiner Aufmerksamkeit bei dem zu bleiben, was du gerade wahrnimmst.
Wenn du alle Punkte einmal abgeklopft hast, hältst du kurz inne und spürst nach. Bewerte deine Anspannung erneut auf der Skala von 0 bis 10. Vielleicht liegt sie jetzt nur noch bei einer 6 oder 5. Ist sie weiterhin deutlich spürbar, kannst du eine weitere Runde durchführen und wieder mit dem arbeiten, was gerade noch da ist.
Wenn die Anspannung etwas nachgelassen hat, kannst du die Formulierungen verändern. Aus „Ich habe Angst, etwas falsch zu machen“ könnte dann zum Beispiel werden: „Ich darf mich Schritt für Schritt auf das Gespräch einlassen.“ oder „Ich bin gut auf dieses Gespräch vorbereitet.“ Wichtig ist, dass der Satz sich für dich glaubwürdig und passend anfühlt.
EFT unterscheidet sich von rein gedanklichen Ansätzen dadurch, dass die körperliche Ebene bewusst mit einbezogen wird. Statt lediglich über ein belastendes Thema nachzudenken, richtest du deine Aufmerksamkeit gleichzeitig auf das körperliche Erleben und das Klopfen.
Es geht dabei nicht darum, Gefühle wegzumachen oder unangenehme Erfahrungen möglichst schnell loszuwerden. Vielmehr kann EFT eine Möglichkeit sein, die Intensität einer Stressreaktion zu reduzieren und wieder etwas mehr Abstand, Ruhe und Handlungsspielraum zu gewinnen.




